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23. Bezirk, Liesing

Liesing, der 23. Bezirk, gehörte bis 1938 nicht zu Wien und war schon Stadt, als sie nach Wien eingemeindet wurde. Der Fluss, der dem Bezirk seinen Namen gab, wurde aber schon vor tausend Jahren zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Der Bezirk hat also eine lange Geschichte und besteht aus den 8 Dörfern Mauer, Rodaun, Kalksburg, Atzgersdorf, Alt- und Neu-Erlaa, Siebenhirten und Inzersdorf, die während des Nationalsozialismus zum 25. Bezirk „Groß-Wiens“ gemacht wurden. Nach dem Krieg, 1954 wurde Liesing im Zuge der neuen Grenzziehung zum heutigen 23. Bezirk. Geprägt wird Liesing durch Gewerbegebiete einerseits, v.a. entlang der Wiener Ausfallsstraßen, und daher stammt auch so manche heutige Sehenswürdigkeit Liesings aus der Zeit der aufkeimenden Industrialisierung. Zum andern hat Liesing durch seine Wienerwald- und Heidenähe sehr begehrte und privilegierte Wohnlagen zu bieten, war lange Zeit Sommerfrischegebiet der Wiener, und es sind auch eine Vielzahl adeliger Landsitze und Schlösser hier angesiedelt, wie bspw. Erlaa, Rodaun (heute Schulzentrum) oder Liesing (heute Geriatriezentrum). Eine Besonderheit gibt´s noch in Liesing: in den meisten Bezirksteilen ausreichend Parkplätze und – keine flächendeckenden Kurzparkzonen!

Zur Geschichte im Detail:
Die erste schriftliche Erwähnung von Liesing (slawischer Ortsname: "Waldbach") war 1002. Um 1400 wird eine Trennung in Ober- und Unterliesing verzeichnet, markiert durch den Verlauf des Liesingbaches und der heutigen Südbahntrasse. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert stand Liesing (später gemeinsam mit Atzgersdorf) unter der Lehensherrschaft der Kirche. Auch in Liesing wüteten die Türken. Einer Legende zufolge geht der Haselstrauch im Liesinger Wappen auf die Tatsache zurück, dass die Türken 1683 eben diesen (ihnen bekannten) Strauch im Liesinger Schlosspark verschont hätten.

Die einzige eingemeindete Stadt von Wien
Im 19. Jahrhundert griff die industrielle Revolution und begann den Ort zu wandeln. Ab dem 2.10.1905 wurde Liesing zur Stadt erhoben und ist dadurch bis heute die einzige nach Wien eingemeindete Stadt.

Das um 1120 erstmals genannte Atzgersdorf liegt zwischen Erlaa und Mauer. Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurde es an verschiedene Familien als Lehen ausgegeben bzw. verschenkt. Die um 1300 erbaute Kirche wurde ab 1761 durch das "Fieber- oder Türkenkreuz" zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Ab 1773 stand Atzgersdorf unter dem Grundherrn von Erlaa, Georg Adam Reichsgraf Starhemberg, und blieb bis 1848 mit Erlaa verbunden. Die Atzgersdorfer Mühlen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Fabriken umgewandelt, die Industrialisierung weiter fortgesetzt.
Das 1114 als "Gereut" erstmals erwähnte Mauer (ab 1210 als "Muer") wurde Mitte des 14. Jahrhunderts von den Eckartsauern mit Kalksburg vereinigt, was bis 1848 so blieb. Entgegen anderer Gebiete konnte die Industrie in dem Garnisonsort kaum Fuß fassen – seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Mauer bei den Wienern als Ort zur Sommerfrische beliebt. Der nach dem Ersten Weltkrieg errichtete Flugplatz ist heute ein Sportplatz; 1927 wurde es zur Marktgemeinde erhoben.

Rodaun wurde erstmals 1170 urkundlich genannt. Die 1405 erwähnte Burg auf dem Schlossberg (auch Kirchenberg) war die Sperrfeste des Liesingtales. Das Rodauner Schloss war im 16. und frühen 17. Jahrhundert einer der wichtigsten Stützpunkte des evangelischen Glaubens im Wiener Umland. 1898 kauften es die "Schwestern von der Kindheit Jesii und Maria", die hier 1902 eine Mädchenschule mit Öffentlichkeitsrecht einrichteten.

Industrie & Bevölkerung wachsen
Das erstmals um 1114 in den Quellen genannte Erlaa war vom 14. bis zum 18. Jahrhundert im Besitz verschiedener adeliger Familien. Das Alt-Erlaaer Schloss stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde 1766-1770 unter Georg Adam Reichsgraf Starhemberg baulich verändert. Die Industrialisierung und die folgenden Fabriksgründungen führten zu steigenden Bevölkerungszahlen, die schließlich 1835/36 die Gründung eines neuen Ortes südöstlich von Erlaa notwendig machten: Neu-Erlaa. Aber auch die Gärtnerei blieb – bis heute – ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor des Ortes. 1973-1985 wurde der "Wohnpark Alt-Erlaa" errichtet, der mit seinen 2.900 Wohnungen Lebensraum für an die 10.000 Menschen bereitstellt.

Ab 1188 war Kalksburg im Besitz der Babenberger. 1790 kaufte der Hofjuwelier Franz von Mack den Ort und wurde zum bedeutendsten Wohltäter Kalksburgs. Er gründete die neue Pfarrkirche, ließ einen Friedhof anlegen und baute den Adelssitz "Mon Perou" aus, der 1856 von den Jesuiten erworben wurde. Seit mehr als 150 Jahren ist hier das Kollegium Kalksburg untergebracht, schulisches Kompetenzzentrum samt Tagesinternat.
Mitte des 12. Jahrhunderts wird Siebenhirten erstmals erwähnt. Im 15. Jahrhundert fußt die Sage von der Teufelsmühle (Ecke Triester Straße/Ketzergasse), die durch einen Mann namens Engel errichtet wurde. Die schrittweise Industrialisierung setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein und brachte auch einen ständigen Bevölkerungsanstieg mit sich.

Inzersdorf bestand bereits im 12. Jahrhundert und erfuhr nach vielfachem Besitzwechsel unter "Ziegelbaron" Heinrich Drasche 1857 einen besonderen Aufschwung. Durch die Häufung von Industrieanlagen in diesem Gebiet litt Liesing im Zweiten Weltkrieg unter verstärkten alliierten Bombenangriffen. Der rasch begonnene Wiederaufbau erfuhr 1947 durch eine Typhusepidemie große Rückschläge. Das nach 1960 entstandene "Industriegelände Liesing" (östlich der Brunner Straße) bietet vielen Firmen neue Möglichkeiten, die unverbauten Flächen entlang den früheren Gemeindegrenzen wurden vermehrt verbaut. Dies ist allerdings auch mit starker Zersiedelung und dem Verlust an Grünflächen verbunden, vor allem entlang der Haupt-Ausfallsstraßen. Der Bau der Schnellbahn verbesserte schließlich die Verbindung mit dem Wiener Stadtzentrum.
 

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Wohnpark Alt Erlaa

Wohnen wie die Reichen - und zwar für alle

Für seinen Spielfilm «Weiße Lilien» brauchte Christian Frosch einen Drehort, der die Aura einer in sich geschlossenen Stadt in der Stadt ausströmt. Er wählte den Wohnpark Alt Erlaa. «Ursprünglich hatte ich ihn schon im Kopf gehabt. Es war mir aber dann fast zu naheliegend. Dann dachte ich über rein digitale Lösung nach. Dann sah ich mir etliche Großbauten in Europa an, um dann zu erkennen, dass der Wohnpark Alt Erlaa in Verbindung mit digitaler Nachbearbeitung ideal ist. Ich brauchte für den Film einen Ort, der beinahe wie ein Stadtstaat wirkt. Der Wohnpark hat sowohl Infrastruktur und Größe, die eine solche Behauptung plausibel erscheinen lässt. Interessant fand ich, dass es auch ein Bau ist, in dem eine klassische Idee der Moderne, die der Wohnmaschine, mitgedacht ist. Es geht also um Lebenskonzepte», begründet der Filmemacher den Beschluss, die Filmhandlung in die Pyramiden-Stadt in Wien-Liesing zu stellen. «Der Begriff ‚Wohnmaschine’ kommt ursprünglich von Corbusier und meint massenhaftes Wohnen nach standardisierten Wohneinheiten in einem Hochhaus. Aber es steckt auch die Idee des ‚neuen Menschen’ drinnen. Es ist ein Ort, an dem das Leben des modernen Massenmenschen rational abgewickelt wird. Im Bau von Harry Glück in Alt Erlaa ist das natürlich sehr stark abgemindert, weil es in den siebziger Jahren entstanden ist, aber es schwingt noch mit. Es gibt Umfragen, wonach die Wohnzufriedenheit in Alt Erlaa überdurchschnittlich hoch ist, aber gleichzeitig auch die Selbstmordrate - ein schöner Widerspruch.»

Für Walter Eckhart, Wohnblock B, Stiege 4, heute neunter Stock, ist die Aussage des Filmemachers nur die intellektuellere Variante einer hartnäckigen Vorurteilspflege, die unter anderem von den Zeitungen ausging – einerlei ob es sich um Qualitäts- oder um Boulevardmedien handelte. Eckhart, der im Herbst 1979 seine erste Wohnung im Wohnpark, im 24. Stockwerk bezog, hat noch die Kronenzeitungstitel im Kopf – und das, was die Menschen der Krone nachplapperten. Die Revolverjournalisten wussten nicht, ob sie MieterInnen der Wohnblöcke wegen ihrer «Privilegien» verurteilen oder sie vor der «Menschenmassenhaltung», vor dem «Hineingepferchtsein» (das ja notwendigerweise zu Verbrechen führen würde) retten sollten. Sie  taten beides gleichzeitig, und die ihnen Hörigen taten dasselbe. Pseudohumanistisch kritisierten sie die «Verhausschweinerung» des Menschen, andererseits fanden sie die Ausstattung der Wohnblöcke mit Dachbädern (mit überwältigender Aussicht), Saunen und Hallenbädern, alles für die BewohnerInnen gratis, als für eine Prolo-Hochburg völlig unadäquat und verschwenderisch.

Wohnmaschine? Arbeiterschließfächer? Walter Eckhart kann sich heute noch über die weite Verbreitung dieser Klischees ärgern: «10.000 Menschen leben hier im Wohnpark. Es ist trotzdem nicht wie ein Ort, wo man sich ständig über den Weg läuft. Schau, wie großzügig die Parkanlage zwischen den Blockreihen gestaltet ist. Sechs Hektar Grün liegen zwischen dem A- und dem B-Block.» Er weist auf einen weiteren Vorteil der Anlage hin: Sie ist fast modellhaft barrierefrei. «Das ist nicht nur für mich als Rollstuhlfahrer relevant. Das kommt den Leuten mit Kinderwägen und den Leuten mit Einkaufswägen zugute, und nicht zuletzt den PensionistInnen mit ihren Gehhilfen auf Rädern».

Wie überall kreisen viele Konflikte um das Thema Lärm. Das Glenn Miller Revival-Experiment einer Wohnpark-Big Band musste nach wenigen Konzerten abgebrochen werden. Die Proben der bis zu 30 MusikerInnen umfassenden Formation stellten für manche MieterInnen eine Lärmerregung dar. Auch wenn er in seiner Wohnung allein Trompete übte, gab es lange vor 22 Uhr heftige nachbarliche Protestklopfzeichen. Einmal wurde der Konflikt so gelöst, dass es zum Austausch der Leiden kam: «Ich durfte vor 22 Uhr Trompete spielen, dafür erklärte ich mich bereit, die Klavierstunden der Nachbarstochter, die entsetzlich falsch spielte, zu ertragen», lacht Walter Eckhart.

Er zeigt mir auf einem Schaufenster die Liste der Klubs, in denen BewohnerInnen des Wohnparks Alt Erlaa organisiert sind. Ich lese: Bridgeclub, Briefmarkenklub, Chess-Chor Alt Erlaa, Foto-Video-Club, Freunde von Alt Erlaa, Fußball for Kids, Gymnastikclub, Katholische Pfarrgemeinde, Verein Ju Jitsu Ryu Tsunami, Kaufleuteclub, Keramikclub, Kraftsport- und Fitnessclub, Modellautorennsportklub, Modellbauclub, Modelleisenbahnclub, Alpenvereinssektion Alt Erlaa, Pfadfinder (zwei «rivalisierende» Vereine, R.S.), Sportschützen, Tanzclub, Tanzsportlclub, Tischtennisclub, Wohnpark-Freizeit-Club … Die Voraussetzung, dass sie die Clubräume des Wohnparks gratis benützen dürfen, ist ihre Registrierung bei der Vereinsbehörde. Aus der Sicht der Stadtplanung ist diese Dichte der ehrenamtlichen Arbeit und der selbstorganisierten Freizeitgestaltung der Bevölkerung ein Segen, bedeutet sie doch, dass die involvierten Menschen überdurchschnittlich viel Freizeit im unmittelbaren Wohnumfeld verbringen. Und genau das bestätigte die Studie «über die Wohnzufriedenheit sowie das Freizeit- und Mobilitätsverhalten ihrer Bürger im geförderten Wohnbau», die die Wiener Stadtplanung im Jahr 2000 präsentierte. Aus dem Vergleich repräsentativer Wohnanlagen älteren und jüngeren Datums gingen als Testsieger drei Projekte des Architekten Harry Glück hervor – an erster Stelle der «Wohnpark Alt-Erlaa». Die Vielfalt des Vereinslebens bedeutet: Die Menschen steigen signifikant weniger oft ins Auto, um aus der Stadt zu flüchten. Und das bedeutet wiederum, dass sie weniger zur Zersiedlung des Stadtumlands durch Zweitwohnsitze beitragen. Der Wohnpark ist dadurch – obwohl er in einer Zeit konzipiert wurde, in der ökologische Kriterien noch eine geringe Rolle spielten – umweltverträglicher als viele der gut gedämmten so genannten Ökobauten.

Reinhard Seiß, Autor und gefragtester Kritiker der Wiener Stadtplanung, verwies in einem Essay in der «Wiener Zeitung» auf die Quantität von Gemeinschaftseinrichtungen, die im geförderten Wohnbau nachher nie mehr wiederholt wurde. «Am spektakulärsten», schrieb er, «sind aber zweifellos die sieben Dachschwimmbäder in 70 Meter Höhe. Glück baue um öffentliches Geld Swimming Pools für die Proleten, lautete eine der bösartigen Kritiken an der geförderten Wohnanlage.» Dabei komme den Bädern die entscheidende «bandstiftende Funktion» zu, wie der Architekt es nenne -– wie im Dorf die Kirche, das Wirtshaus oder der Kaufmann. Die Pools würden, so Reinhard Seiß, von über 90 Prozent aller Mieter in Anspruch genommen, von 70 Prozent sogar regelmäßig. Sie erfüllten damit die wichtige Funktion, Kommunikation unter den Bewohnern zu fördern.

«Wohnen wie die Reichen - und zwar für alle», lautet Glücks Motto, mit dem er sich bewusst auf die Arbeiterpaläste des Roten Wien der 20er und frühen 30er Jahre bezieht. Seiß zitiert den Architekten: «Die Geschichte zeigt deutlich: Wer so leben konnte, wie er leben wollte, schuf sich stets eine Wohnung mit freier Aussicht und Bezug zur Natur, mit Wasser im Umfeld sowie Möglichkeiten zur Geselligkeit und zu spielerischer Entfaltung.» Getreu dieser Idee gab Glück der Natur im Wohnpark Alt-Erlaa einen Platz, wie er im aktuellen Wohnbau nicht mehr vorstellbar ist, zumindest  nicht im Wohnbau für nichtprivilegierte MieterInnen.  Glücks Grünraumplanung gälte heute als verschwenderisch.

Reihhard Seiß fährt in seiner Elegie für Glück´s Wohnpark fort: «Dass Alt-Erlaa keine gewöhnliche Großwohnanlage ist, zeigt sich seit jeher auch an der sozialen Durchmischung der Bewohner. Stolz erzählt man von den vielen Prominenten, die hier gelebt haben oder noch immer Alt-Erlaaer sind: Goleador Hans Krankl etwa, der in Block A wohnte, bevor er nach Barcelona ging - oder sein Nationalteamkollege Willi Kreuz, der heute im Kaufpark eine Trafik betreibt. Und dass das Glück'sche Wohnmodell nach wie vor auch für jüngere Menschen attraktiv ist, beweist der Umstand, dass sich die mittlerweile erwachsene Kindergeneration aus Alt-Erlaa in auffallend großer Zahl wieder um Wohnungen in den drei Blöcken bemüht.»

Trotz seiner offenkundigen Qualität werde Alt-Erlaa bis heute von der Wiener Architektenszene – die mittlerweile selbst an Hochhäusern Gefallen gefunden habe – in seltener Einigkeit abgelehnt, staunt Seiß. Er wisse, dass Glück wahrgenommen habe, dass sein Bau in den Wiener Architekturführern keinerlei Erwähnung findet - im Gegensatz zu jenen Wohnquartieren des 23. Bezirks, die seit kurzem den Wohnpark umgeben. «Dass die Bewohner der benachbarten Neubauten die Infrastruktur und - heimlich - auch die Dachschwimmbäder von Alt-Erlaa mitnutzen, zeigt, wie weit formale Architekturkritik und erlebte Wohnqualität auseinanderliegen können», ätzt Seiß. Und weiß zum Schluss eine Anekdote zu berichten, die ihm Glück anvertraut hat: «1985 kam ein Team des Bayerischen Fernsehens nach Wien, um das vermeintliche Hochhausghetto Alt-Erlaa den postmodernen Wohnhäusern der IBA Berlin gegenüberzustellen. Aus dem geplanten Verriss wurde jedoch eine Eloge, die bald auch Folgeaufträge aus dem Ausland nach sich zog. Glücks Kommentar: Das war ein 9:0-Erfolg Österreichs über Deutschland, noch dazu in einem Auswärtsmatch!"

Robert Sommer


INFO-BOX

Adresse Wohnpark Alterlaa:
1230; Anton Baumgartner Straße (U6-Station: Alterlaa)

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Liesinger Aquädukte

Resultat der Wiener Hochquellenleitung

Mit dem Bau der Wiener Hochquellenleitung (1864 Beschluss, 1873 eröffnet, wurde die erste Wiener Wasserleitungsstraße durch Liesing geführt, bis zum Wasserbehälter Rosenhügel. So sind die Liesinger Äquadukte entstanden. Ursprünglich wurde der Begriff Aquädukt für die gesamte Wasserleitung verwendet, in Folge hat er sich dann allerdings für Brücken eingebürgert, die nach altrömischem Vorbild hergestellt wurden. Sie lösen die Problematik der Überwindung von Tälern, die quer zur Leitungsrichtung verlaufen. Das Liesinger Äquadukt quert die Liesing zwischen Perchtoldsdorf und Liesing.

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Bildungsmaßnahme der Jesuiten

Das Kollegium Kalksburg, ein Schulzentrum am südlichen Rande von Wien, ist eng mit der Geschichte der Jesuiten verbunden. Die Lehrtätigkeit der Jesuiten geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, vor allem aber betrieben sie hier Landwirtschaft und auch wissenschaftliche Arbeit. 1856 wurde dann ein Schulgebäude errichtet und mit dem geregelten Schulbetrieb gestartet. Bis 1993 wurde die Schule vom Jesuitenorden geführt, seit 1993 ist das Kollegium Kalksburg in der Trägerschaft der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs. Heute ist das Kollegium ein Schulzentrum mit Volksschule, Gymnasium, Sportzentrum und Tagesinternat.
http://www.kalksburg.at/

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Von der Industrie zum modernen Stadtteil

Liesing verfügt über mehrere historische Industriebauten, die meistens auch unter Denkmalschutz stehen, bspw. die ehemalige Maschinen-, Kisten- und Holzwarenfabrik Koffmahn und spätere Wiener Sargfabrik in der Breitenfurter Straße 176 (von Hubert Gessner), das Fabriksgebäude samt Konzertsaal der ehemaligen Klavierfabrik Alois Parttart in der Endresstraße 18 (von Josef Schneider) oder die Inzersdorfer Konservenfabrik in der Draschestraße 107. Ein Beispiel ist auch die Brauerei Liesing in der Breitenfurter Straße 372-380, die von 1828-38 vom Gründer Georg Held errichtet wurde und aus mehreren Backsteinbauten beiderseits der Werksstraße bestand. 1839 wurde das erste Bier hier gebraut, 1973 das letzte. 1990 wurden der Schornstein und das Kesselhaus abgetragen. Nun ist alles neu am ehemaligen Brauereigelände. 2006-2010 entstand auf dem Areal ein neuer Liesinger Bezirksteil, mit mehr als 400 Wohnungen, Wohnheimen, Büroflächen, Ärzte- und Sportzentrum. Das städtebauliche Konzept stammt von Coop Himmelblau. Leider musste für dieses städtebauliche Großprojekt auch ein Teil des kleinen Waldes hinter dem Brauereigelände weichen.

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Der Wohnpark Alt-Erlaa an der Grenze der Bezirksteile Inzersdorf und Atzgersdorf ist eine der größten Wohnanlagen Österreichs. Circa 11.000 Menschen leben hier in einer eigenen Welt – einer Stadt in der Stadt – konfliktfrei zusammen. Im Jahr 1985 fertiggestellt, gilt die Wohnhausanlage mit den vier markanten Türmen heute als Vorzeigeprojekt einer funktionierenden „Satellitenstadt“. „Größtmöglichstes Glück für eine größtmöglichste Zahl von Menschen“ lautete der Leitspruch des Architekten Harry Glück. Und so ist der Wohnpark mit einer fast perfekten Infrastruktur ausgestattet: Auf jedem Dach ein Schwimmbecken, in jedem Keller ein Hallenbad, Saunen, Hobbyräume, Kindergärten, Schulen, ein Kaufpark, eine Kirche, und sogar ein eigenes Wohnparkfernsehen gibt es hier! Von Mietern gestaltet wird neben einer Vielfalt an Programmen sogar die Sonntagsmesse aus der Wohnparkkirche übertragen.
http://www.wohnparkkirche.at/

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Geschäft im Morgengrauen

Die Wurzeln des Großmarktes Wien lassen sich bis in die Zeit der Monarchie zurückverfolgen. Mehr als 50 Jahre war es ein „Provisorium“ am Naschmarkt, da man aber dort über keinen Gleisanschluss verfügte, wurde beschlossen, am Südrand Wiens in Wien-Inzersdorf einen Großmarkt für Obst und Gemüse zu errichten und auch den Blumengroßmarkt aus der Phorushalle im 4. Bezirk dorthin zu verlegen. Seit 1972 ist nun der Großmarkt Wien in Inzersdorf Drehscheibe und Kompetenzzentrum für Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eiprodukte und Blumen. Jeden Tag, von Montag bis Samstag, werden hier im Morgengrauen Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Blumen gehandelt. In erster Linie steht der Markt EinkäuferInnen aus Großhandel, Gastronomie, Einzelhandel und Lebensmittelketten zur Verfügung, der Blumengroßmarkt ist aber Mo-Sa von 7.00 bis 9.00 Uhr auch für Privatpersonen zugänglich. Ein Spaziergang über den Markt ist ein Erlebnis!
http://www.wien.gv.at/wirtschaft/betriebe/maerkte/grossmarkt/

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Musikzentrum in historischer Klavierfabrik

In Atzgersdorf, in der Endressstraße 18, gibt es seit 2009 die Gab Music Factory mit dem Ziel, Musikern einen Raum für ihre Kreativität zu bieten und eine Plattform für Musik aus Österreich aufzubauen. Gegründet wurde diese Einrichtung von Georg Gabler – Musiker, Produzent und Urgestein der österreichischen Musikszene. Angeboten werden sieben voll ausgestattete Proberäume, ein vielfältiges Bildungsangebot sowie ein GAB Musiklabel und ein Verlag, um die Werke ausgewählter KünstlerInnen veröffentlichen und promoten zu können. Geöffnet hat die GAB Musicfactory sieben Tage die Woche. Das Ambiente ist eindrucksvoll, befindet sich die GAB Musicfactory doch am Standort der ehemaligen Klavierfabrik Parttart bzw. Luner. Das Fabriksgebäude wurde 1892 von Josef Schneider erbaut, das Konzertsaalgebäude mit späthistoristischer Fassade stammt aus dem Jahr 1894. In diesem historischen Ambiente gibt es also nun die Möglichkeit, diverse Seminare und Workshops, Staging-/Performance-Kurse oder Band-Coachings zu absolvieren.
http://musiclab.at/gab-factory/

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Bäckerei Mann lädt ein!

Wussten Sie, dass die Bäckerei Mann in Liesing, in der Perfektastraße 100 seine Zentrale hat? Hier werden auch Einblicke gewährt in die Produktionsprozesse der modernen Bäckerei. Der Brotway ist die Besuchergalerie im Backzentrum Der Mann und ist täglich während der Öffnungszeiten frei zugänglich. Es gibt keine personengeführten Führungen am Brotway, sondern man kann selbst durchwandern und sich auf Touchscreens über die Arbeits- und Verarbeitungsabläufe, Produktions-Details und Produktionsmittel informieren.
Für Gruppen (Schulklassen, Vereine etc.) ist nach Voranmeldung aber Führungen möglich: 01/86699-66,
http://www.dermann.at/brotway/
 

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Hörbuch

Flanerien konkret

Derzeit gibt es keine aktuellen Termine für Stadtführungen im 23. Bezirk. Infos zu aktuellen StadFLANERIEN des Aktionsradius Wien unter office@aktionsradius.at.