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14. Bezirk, Penzing

Der beliebte Sommerfrischeort im Vormärz, Alt-Penzing, bestand 1755 aus insgesamt 76 Häusern, seit 1848 ist Penzing eine autonome Gemeinde und wurde 1892 um die Vororte Breitensee, Baumgarten, Hütteldorf und Hadersdorf-Weidlingau erweitert. Südlich vom Wienfluß begrenzt, erstreckt  sich dieser flächenmäßig sehr große und „zweit-grünste“ Bezirk Wiens bandartig entlang der verlängerten Mariahilfer Straße nach Westen. Die nördliche und westliche Grenze bildet der Wienerwald, die Ostgrenze zum 15. Bezirk ist der Auer-Welsbach-Park. Bevor die Kaiser-Elisabeth-(West) Bahn 1858 in Betrieb ging zogen sich entlang der Linzer Straße an den Südhängen ausgedehnte Weingärten bis nach Hütteldorf. Beginnend mit einer Windmühle auf der sogenannten „Anschütt an der alten Landstraße“ (1776), über die Penzinger Feuermühle und große Textilbetriebe im 18. Jh. , der Apollo-Kerzenfabrik (1875), der Spielkartenfabrik F. Piatnik, sowie der Semperit -Amerikanische Gummiwerke AG (1889) entwickelte sich Penzing kontinuierlich vom Bauerndorf zum Industriestandort. Auffällig ist die heterogene Architekturlandschaft, die sich aus der topografischen Struktur ergibt. Einerseits sind biedermeierliche Dorfstrukturen erhalten, dichte Gründerzeitbebauung, Kasernenbauten, Schrebergärten Areale und kommunaler Wohnbau. Seit dem 19. Jahrhundert entstanden legändere Bauwerke, wie beispielsweise die Kirche am Steinhof  sowie die Wagner Villen I und II-Otto Wagner 1886-1912, das Psychiatrische Krankenhaus Steinhof – Kupka & Orglmeister 1902, das Technische Museum Wien - Hans Schneider 1909-1913, Sonderkindergarten Auer Welsbach Park – Franz Schuster 1948, die Stadt des Kindes – Anton Schweighofer 1969, Schulbauten - Gustav Peichl 1976  und Helmut Richter 1991 und die Sargfabrik der Architektengruppe BKK – Johnny Winter 1996, um nur einige zu nennen.

Zur Geschichte im Detail:
Die Orte Hadersdorf und Weidlingau wurden 1850 zu einer Gemeinde zusammengezogen, 1938 wurde Hadersdorf-Weidlingau dem 14. Bezirk „Penzing“ angegliedert, unter sowjetischer Besatzung gehörte es zum 23. Bezirk - bis es am 1. Jänner 1956 wieder an den 14. Bezirk fiel.

Die Wege der Wiener Seidenindustrie
Penzing wurde im Jahre 1120 erstmals urkundlich erwähnt, geht jedoch auf das 9. Jahrhundert zurück. Vermutlich hat der Ort zwei Siedlungskerne, die später zusammengewachsen sind, im Bereich der heutigen Penzinger Straße/Nisselgasse lag der Herrschaftssitz von Penzing. Die Penzinger Pfarrkirche gehört zu den ältesten Kirchen im Gebiet des alten Wien, die im Laufe der Jahrhunderte nach zahlreichen Kriegsschäden immer wieder aufgebaut und erweitert wurde. Der vor der Kirche befindliche spätgotische Tabernakelpfeiler ("Penzinger Lichtsäule") stammt aus der Zeit um 1500. Der Aufschwung ließ aufgrund von Kriegen, Epidemien und Überschwemmungen lange auf sich warten und setzte erst richtig mit dem Bau des Schlosses Schönbrunn und mit der Gründung einer Seidenfabrik im Jahre 1767 ein. Penzing wurde zur Wiege der Wiener Seidenindustrie. Das Gebäude des heutigen Reinhardt-Seminars, das Cumberlandpalais, wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Kaiserin Maria Theresia gekauft und zu einem Sommerschlösschen ausgebaut. Eine ständige Stellwagenlinie verband den beliebten Sommerfrische-Ort bereits im Vormärz mit Wien.

Die Kavallerie kommt
1195 als "Prantensee" erstmals genannt, war Breitensee ein typisches Linsenangerdorf. Der Name stammt angeblich von einem in der Ortsmitte gelegenen großen Wassertümpel ("breiter See"), der jedoch schon Mitte des 19. Jahrhunderts austrocknete. Anfang des 20. Jahrhunderts wählte das populäre Dragonerregiment Nr. 3. Breitensee als Standort ihrer Kavalleriekaserne, auch die Kadettenschule der Infanterie war hier zu finden.

Vom Bohnengarten zum Schlosspark
Baumgarten (dessen ursprünglicher Name 1195 "Poungarten" war und das deshalb eigentlich "Bohnengarten" lauten sollte) war eine geteilte Ortschaft - Ober-Baumgarten war im Besitz des bayerischen Klosters Formbach, Unter-Baumgarten gehörte dem kaiserlichen Waldamt Purkersdorf. General Andreas Graf Hadik (Hadikgasse) ließ 1779 ein Schloss erbauen, das später in den Besitz der Fürsten von Esterhazy gelangte und im 19. Jahrhundert ein "Casino" wurde, die letzten Reste des einst weitläufigen Schlossparks bilden den heutigen Casinopark. Der einst ländliche Orts-Charakter Baumgartens, das 1892 eingemeindet wurde, wurde in der Gründerzeit und in der Lueger-Ära nahezu komplett zerstört und mit Fabriken und Zinshäusern bebaut.
Jenseits des Flötzersteigs nimmt die Verbauung wieder ab. Hier befindet sich das Areal des Sozialmedizinischen Zentrums „Baumgartner Höhe“, die Wiener Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ und die das Wiental dominierende Otto-Wagner-Kirche.

Dörfer im Wandel
Um 1156/1171 erscheint "Utendorf" (Hütteldorf) erstmals in den Quellen, ist aber möglicherweise bereits im 10. oder 11. Jahrhundert entstanden. Anfänglich war das Adelsgeschlecht der Utendorfer im Besitz des Zeilendorfs, das sich entlang der nördlichen Seite der Linzer Straße erstreckte. Der bescheidene Wohlstand der Bevölkerung wurde durch die Türkenkriege wieder zunichte gemacht. Die zahlreichen Villen entstanden im 18. und 19. Jahrhundert, zu jener Zeit entwickelte sich Hütteldorf zu einem Ort der Sommerfrische, in dem das Hütteldorfer Brauhaus im Vormärz ein beliebtes Ausflugsziel darstellte.

Die Ortschaft Hadersdorf wird seit 1130 urkundlich erwähnt. Im Verlauf der Ersten Türkenbelagerung (1529) wurden die Ortschaft und das Schloss Hadersdorf größtenteils zerstört, bei der Zweiten Türkenbelagerung (1683) bot das Schloss der Bevölkerung Zuflucht, wurde aber trotzdem beinahe vernichtet. Nach dem Wiederaufbau (1689) kamen Schloss und Herrschaft Hadersdorf 1776 an den Feldherrn Ernst Gideon von Laudon - das Schloss blieb bis zum Ersten Weltkrieg im Besitz der Familie Laudon, heute beherbergt es die Verwaltungsakademie des Bundes. Das ehemalige Kloster - und beliebter Wallfahrtsort - Mariabrunn wurde nach 1829 in eine kaiserliche Forstlehranstalt umgewandelt, die als Vorgängerin der heutigen Universität für Bodenkultur anzusehen ist.

Das Siedlungsgebiet Weidlingau ist sicherlich zeitgleich mit Hadersdorf entstanden, wurde urkundlich aber erst 1226 genannt. Hier entstand um 1715 ein prachtvolles Landhaus mit Parkanlagen für Daniel Erasmus von Huldenburg, welches er nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten ließ. Von der ursprünglichen Huldenburgvilla, die baulich mehrfach verändert wurde, blieb nichts erhalten. Nach den letzten Besitzern hieß das Gebäude auch "Lederer-Schlössl".  Es wurde von der Stadt Wien angekauft und 1973 abgetragen, als dort die "Stadt des Kindes" 1974 errichtet wurde.
 

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Essay

Lemoniberg

Freier Blick auf Triest

Diese Geschichte handelt von einem Platz, der mehr Bezeichnungen hat als alle anderen Plätze in Wien. Wie sollten wir ihn in Zukunft nennen? Steinhof? Das ist ein Synonym für die alte Wegsperrungspsychiatrie mit ihren Elektroschocks und ihren versteckten Pharma-Tests. Ein fraglicher Name, umso mehr, als die alte Zwangspsychiatrie abgedankt hat; umso mehr, seitdem bekannt wurde, dass die Krankenhäuserverwaltung für die Zukunft keinen Bedarf mehr für diesen Standort sieht. Spiegelgrund? Dieser Name erinnert an die schlimmste Zeit des Steinhofs, als die von den Nazis fürchterlich missbrauchte Medizin hier «unwertes Leben» massenhaft zu Tode brachte. Baumgartner Höhe? Die WienerInnen assoziieren auf Anhieb «Spital»; der Begriff ist deshalb aus ähnlichen Gründen fraglich wie die Bezeichnung Steinhof. Otto-Wagner-Spital? Nachdem das rot-grüne Spitalskonzept die umstrittene Auflösung der traditionellen Krankenhäuser zugunsten von drei Mega-Spitalsburgen vorsieht (das dritte entsteht in Floridsdorf und stellt sich als ähnlich korruptionsanregend heraus wie anno dazumal das neue AKH), wird dieser Name bald nur noch historische Relevanz haben. Ich schlage vor: Nennen wir das Areal den Lemoniberg!

Es ist eine Wortkreation, die spontan im Volk auftauchte, nachdem das «Wahrzeichen» des Steinhofs errichtet war: Otto Wagners am höchsten Punkt des Spitalareals erbaute Kirche, eines der Hauptwerke des Wiener Jugendstils, gedacht  für die Patienten und Patientinnen der «Nervenheilanstalt». Der Begriff Lemoniberg entstand, weil die Wienerinnen und Wiener kollektiv darin übereinzustimmen schienen, dass die goldene Kuppel der weithin sichtbaren Kirche wie eine überdimensionale Zitronenhälfte ausschaut. GegnerInnen der geplanten Privatisierung und teilweisen Verbauung des Areals nahmen den Begriff bereits vorweg, indem sie eine von einem befreundeten Pfarrer verfasste erste «Bergpredigt» vor der Otto-Wagner-Kirche logischerweise «Lemonibergpredigt» nannten.

Im Inneren der Kirche, die leider viel zu selten für Besichtigungen zugänglich ist, steht das Modell der Kirche. Es wurde letztens, 2013, im Bezirksmuseum Penzing im Rahmen einer Otto Wagner-Sonderausstellung gezeigt. Normalerweise steht die Kirche in der Kirche, oft aber ist sie auf Reisen, denn es herrscht ein wahres «G´riss» um sie. Bei der «Wien um 1900»-Ausstellung war sie 2008  im Leopold-Museum zu betrachten, bei der «Wahnsinn und Modernität»-Ausstellung 2009 in London, im Jahr darauf wurde sie im WienMuseum am Karlsplatz und bei der «Wien 1900»-Schau in Basel ausgestellt, 2011 flog sie über den Teich, um den Wiener Jugendstil in der Neuen Galerie in New York zu repräsentieren.

Die Aufmerksamkeit der Bewunderer dieses Modells richtet sich weniger auf das detailverrückte Objekt, sondern vielmehr auf seine Entstehungsgeschichte. Es war in den 1920er Jahren, also fast vor einem Jahrhundert, von Patienten der damals größten und modernsten Heil- und Pflegeanstalt Europas «für Nerven- und Geisteskranke», dem von Otto Wagner entworfenen Pavillon-Ensemble am Steinhof, angefertigt worden. Den Faschismus überlebte die Nachbildung der Kirche mit der goldenen Kuppel nicht unversehrt. 1997 wurde sie im «Zwölfer-Pavillon», ebenfalls von Langzeitpatienten der Psychiatrie, instandgesetzt. Die drei Männer, die dieses Kunststück zuwege brachten, werkelten daran 1500 Arbeitsstunden. Sie restaurierten das Kirchenmodell aber nicht rigide ursprungsgetreu, sondern bauten ein Läutwerk und eine Beleuchtung in das Modell ein, ersetzten die verzogenen Rahmen der Holzfenster durch Aluminiumfenster und restaurierten die Wagnerschen Jugendstilengel in feinster Detailtreue.

Träger dieser Aktivität war der vom Sozialarbeiter Robert Hutfless gegründete Verein «Projekt Museum am Steinhof», der damals im Pavillon 12, heute im Keller des Pavillon 26 beheimatet ist und in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Otto Wagner-Spitals in Psychiatriepatienten, insbesondere von der Station für alkoholkranke Männer, im Sinn eines Empowerment-Konzepts die Leidenschaft des Handwerkens, der kreativen Arbeit, der Restaurierung erweckt. Die Männer aus dem Pavillon 26 sind heute zu Spezialisten der Restauration geworden, die vor keinem Auftrag zurückschrecken. Kein Wiederherstellungswunsch gilt als undurchführbar. Als Wiederhersteller der vom Altersverschleiß betroffenen Detailobjekte oder der traditionellen Inneneinrichtung der Otto Wagner-Architektur hat das Hutfless-Projekt inzwischen die Rolle des angewandten Denkmalschutzes eingenommen.

Stoff genug für ein imaginäres Good News-Magazin? Schön wär´s. Die wunderbare Lage des Pavillons 26 – wie der gesamten Anlage Otto Wagners – könnte der Kreativwerkstatt zum Verhängnis werden.  Eine der größten derzeit in Wien aktiven BürgerInnenbewegungen scheint ohnmächtig gegen die geplante Verscherbelung des denkmalgeschützten Ensembles zu sein. Wer das Geld hat, hat ein Recht auf die «besten Adressen», auf die Traumlagen, auf die schönsten Aussichten der Hauptstadt, so lautet das neoliberalistische Credo. Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) braucht das Otto Wagner Spital (OWS) nicht mehr und darf sich – obwohl er eigentlich keine Rechtsperson ist – den bestbietenden Investor suchen, der die Gesamtanlage am Südhang des Galitzinberges (oder Teile davon) verwerten will. Die Anlage ist städtisches Eigentum, aber die Stadt Wien hat dem KAV die Kompetenz übertragen, die öffentliche Liegenschaft Steinhof zu verkaufen. Ab einer bestimmten Wertgrenze muss die Verscherbelung zwar durch einen Gemeinderatsbeschluss abgesegnet werden, solange es aber einen Bürgermeister Häupl gibt, ist die Privatisierung von städtischen Hoffnungsflächen «Staatsräson» in dieser Stadt. Diese Haltung findet ihre Entsprechung in der Verscherbelung von zentrumsnahen Traumbauflächen durch die Immobilienfirma der ÖBB.

Schließt sich so der Kreis? Aufgrund der jahrzehntelangen Geschlossenheit der Anstalt wusste einst niemand so genau, was sich am Steinhof, abgeschirmt hinter einer fast fünf Kilometer langen Mauer, abspielt und welche Objekte sich darin befinden. Das war auch Anfang der 1970er Jahre noch so! Später, als im Zuge erster Humanisierungsprozesse in der «Stadt der Irren» (Canetti) die Eingangstore geöffnet wurden, brauchte es auch noch Monate und Jahre, bis die WienerInnen sich in das Areal hinein trauten, in vorsichtiger Erwartung gemeingefährlicher Wahnsinniger, die hinter Hausecken auf Unbescholtene lauerten. Solche Klischees lösten sich zum Teil erst nach Jahren auf. Heute hängt das Damoklesschwert einer neuen Aussperrung der Öffentlichkeit über dem Lemoniberg; kritische BeobachterInnen entdeckten, dass im aktuellen Flächenwidmungsplan nur noch der Direktweg vom Haupteingang hinauf zur Kirche als von der Öffentlichkeit begehbare obligatorische Zutrittsmöglichkeit eingezeichnet ist.

Nichts war notwendiger als die Psychiatriereform. Am radikalsten äußerte sich die Überwindung der gefängnisähnlichen Institution Irrenanstalt in Italien. In Triest war fast zeitgleich mit der Errichtung des Otto-Wagner-Ensembles die Anstalt San Giovanni des Architekten Ludovico Braidotti entstanden. In Mailand wurde zwei Jahrzehnte später die psychiatrische Anstalt Paolo Bini fertig gestellt. Die mit dem Namen des großen Psychiatriereformers Franco Basaglia verbundene Totalkritik der psychiatrischen Diagnostik und der psychiatrischen Versorgung führte eigentlich zu keiner Reform, sondern zu einer Revolution, die eine Zertrümmerung der Mauern und eine Befreiung der «Irren» beinhaltete. Ein neues italienisches Gesetz verbot daher die weitere psychiatrische Nutzung der Anlagen. Was in Wien heute wie eine Utopie erscheint, war in den beiden italienischen Städten eine Selbstverständlichkeit: Es war klar, dass nur öffentliche und soziale Nachnutzungen in Frage kamen.

Einer der ersten Schritte in Triest war, eine öffentliche Buslinie zu reaktivieren, deren Kurs quer durch die Ex-Psychiatrie gelegt wurde. Ein deutlicheres Signal dafür, dass das Psychiatrieareal nun «dem Volk» gehöre, war nicht vorstellbar. Die frei gewordenen Gebäude werden in Triest wie in Mailand für soziale Gastronomie, Bildungseinrichtungen, Kinos, Theater, Sozialdienste und für internationale Tagungen genutzt. Auf  den großen, attraktiven Freiflächen finden Konzerte und Festivals statt. In beiden Prozessen spielten städtische Planungsinstitutionen keine führende Rolle. In Triest wurde die Planung hauptsächlich von der zuständigen regionalen Gesundheitsbehörde und in Mailand hauptsächlich von der gemeinnützigen Organisation Olinda durchgeführt. Beide Organisationen wählten die ArchitektInnen und PlanerInnen aus, die ihre Entwürfe an den Bedürfnissen der NutzerInnen auszurichten hatten. Im Fall des Lemonibergs sind solche Partizipationsprozesse schon im ideellen Ansatz zunichte gemacht worden. Man stelle sich vor: Die Bürgerinitiative gegen die Privatisierung des Steinhofs bekäme von der Stadtregierung den Auftrag, PlanerInnen zu finden, um die Vorschläge zivilgesellschaftlicher Organisationen, die es in Bezug auf die Nachnutzung der Otto-Wagner-Anlage bereits gibt, zu prüfen und zu realisieren. Zuviel Italienisch in der Triestiner oder Mailänder Färbung kann sich schädlich auf die Orientierung an neoliberaler Stadtpolitik auswirken.

Robert Sommer


INFO-BOX

Adresse: 1140 Wien, Baumgartner Höhe 1
Erreichbar mit der Buslinie 48 A

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Breitenseer Lichtspiele

Breitenseer Straße 21, 1905 errichtet
Dieses Programmkino ist eines der ältesten erhaltenen Kinos in Wien und wird von der pensionierten Professorin Anita Nitsch-Fitz betrieben. 1905 wurden die Breitenseer Lichtspiele als Zeltkino in der Nähe des heutigen Standortes gegründet. 1909 entstand in den Räumlichkeiten zweier Gassenlokalen das heutige Kino. Die einfache Einrichtung des Foyers stammt aus der Zwischenkriegszeit, der Kinosaal aus den 50er Jahren und der Filmprojektor stammt aus den 60er Jahren. In der Nachkriegszeit waren die Breitenseer Lichtspiele das beliebteste Kino der Gegend unter anderem war es auch "Heimat" des jungen H. C. Artmann. Heute gibt es immer wieder auch Stummfilmreihen, auch mit Klavierbegleitung, aber auch Festivalprogramme und zeitgenössischen Film. Infos: www.bsl-wien.at
 

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Mariahilfer Straße 212, Architekt Hans Schneider 1909-1913
Dem Bau dieses Museums ging ein Wettbewerb voraus, der eine Konfrontation von Traditionalisten und dem damaligen Neuen Bauen zeigt. Otto Wagner entwickelte ein neuartiges Gebäudekonzept, während Hans Schneider, der den Wettbewerb gewann, im Grundriss  auf den Schloss Typ zurückgreift. Insgesamt sind die Raumschöpfungen mit den Glasüberdachungen sehr eindrucksvoll. Es ist eines der ersten Stahlbetongebäude Österreichs, die Fassaden sind historisierend gestaltet. Gezeigt werden  Exponate und Modelle aus der Geschichte der Technik unter besonderer Berücksichtigung des österreichischen Anteils an der technologischen Entwicklung. Es sind die technischen Konzepte, die durch  Funktionsmodelle vermittelt werden, um technische Vorgänge  und den technischen Fortschritt entsprechend  nachvollziehen zu können. Schwerpunkte sind Eisenbahn, Luftfahrt, Schifffahrt, Industrie, Straßenfahrzeuge und Brückenkonstruktionen.
Infos: www.technischesmuseum.at
 

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Hainbach 20, 1140 Wien
Ausgangspunkt für die einstündige Wanderung ist das Gasthaus "Zum Grünen Jäger" in  der Mauerbachstraße 47. Gegenüber leitet die rote Markierung in Richtung "Mostalm" bzw. "Steinbach" und "Sophienalpe". Ein Waldweg führt zum Greutberg (449 m), der in das Plateau der Hohen Wand übergeht.  Der Weg führt weiter über herrlich freie Wiesenflächen, entlang eines Ackers zum Gasthof der Mostalm im Wienerwald, der erstaunlicher noch zum Stadtgebiet des 14. Bezirks zählt. Herr Egretzberger, der Inhaber des Gasthauses,  ist der letzte Wiener Landwirt mit Großviehhaltung und hält Rinder und Schweine auf der Alm. 
Die zweite Variante der Anreise ist von Neuwaldegg aus, Endstelle der Straßenbahnlinie 43, mit dem Regionalbus 243 bis zur Haltestelle „Abzweigung Sophienalpe“. Von dort Richtung Sophienalpe am Parkplatz des Lokales Sofienalpe geradeaus weiter bis zur Mostalm.
 

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im Westen Wiens auf dem Areal einer ehemaligen Sargfabrik ist 1996 die Vision von einer innovativen Wohnkultur Wirklichkeit geworden. An die einst größte Sargtischlerei der Donaumonarchie erinnern heute nur mehr der Grundriss des Neubaus, der stehen gebliebene Schornstein – und der Name: "Sargfabrik". Im Jahr 2000 wurde mit der "Miss-Sargfabrik" in der unmittelbaren Nachbarschaft eine Erweiterung des Wohnprojektes fertig gestellt.  Architekt Johnny Winter hat die Sargfabrik als Mitbegründer des Wiener Baukünstlerkollektiv BKK und BKK-2 in den Jahren 1986 bis 1996 geplant und mit öffentlicher Wohnbauförderung gebaut.  Die "Sargfabrik" war ein Mitbestimmungsprojekt. Es ging dabei um partizipatives Bauen und die interaktive Einbindung der BewohnerInnen in den Prozess der Planung. Dieses Projekt ist im Kontext des Planens und Bauens im Kollektiv und aus Sicht des ökologischen Wohnens ein Meilenstein in der österreichischen Wohnbauarchitektur.  Ermöglicht wurde dies durch die Organisationsform Wohnheim, das  kulturelle und soziale Einrichtungen inkludiert. Nach zehnjähriger Planungsarbeit entstand ein Wohnheim mit 112 Wohneinheiten, ein Kulturhaus, ein Badehaus, eine Seminarhaus, ein Kinderhaus und das Café-Restaurant Sargfabrik. Jonny Winter ist am 26. Dezember 2012 63-jährig an einer Krebserkrankung gestorben.

Das ans Café angegliederte Kulturhaus ist eine interessante Veranstaltungslocation und bringt Weltmusikkonzerte und andere spannende Veranstaltungen in den Westen Wiens. Infos: www.sargfabrik.at
 

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Das Museum in der Penzingerstraße 59 wurde am 20. Jänner 1978 als Außenstelle des Bezirksmuseum Penzing eröffnet. Der Sammlungsbestand (Stand 2012) beträgt 12.000 Ziegel. In der Ausstellung werden hauptsächlich Ziegel aus dem Wiener Raum, oder spezielle Ziegel gezeigt. Ein Schwerpunkt ist die Geschichte der Ziegelherstellung und die Kunst des Ziegelbrennens der Griechen und Römer. Dem Wiener Mauerziegel ist ein eigener Raum gewidmet. Hier erfährt man mehr über die Ziegeleien, die es bis auf den ersten und zweiten Bezirk, in allen Wiener Gemeindebezirken gab. Die größten Ziegelfabriken waren die „Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft“, die „Union Baumaterialien Gesellschaft“ und die „Aktiengesellschaft der Wiener Ziegeleien“.
http://wienwiki.wienerzeitung.at/WIENWIKI/Wiener_Ziegelmuseum
 

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Das Max Reinhardt Seminar bietet die Studienzweige Schauspiel und Schauspielregie, die jeweilige Studiendauer beträgt vier Jahre. Angestrebt wird – wie bereits vom Gründer Max Reinhardt gefordert – eine umfassende Ausbildung, bei der handwerkliches Können und künstlerische Gestaltung einander bedingen. Bemerkenswert sind die öffentlich zugänglichen Theaterproduktionen, die integraler Bestandteil des Studiums sind.
Das Gebäude der international renommierten Ausbildungsstätte, das Cumberlandpalais, wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Kaiserin Maria Theresia gekauft und zu einem Sommerschlösschen ausgebaut. Es ist von einem herrlichen Garten umgeben.
Infos und Kartenbestellung:  http://www.maxreinhardtseminar.at/index.php
 

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Hörbuch

Flanerien konkret

Derzeit gibt es keine aktuellen Termine für Stadtführungen im 14. Bezirk. Infos zu aktuellen StadFLANERIEN des Aktionsradius Wien unter office@aktionsradius.at.