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17. Bezirk, Hernals

Hernals bezeichnet das Gebiet diesseits des Alserbaches. Bekannt ist Hernals durch seine Weinberge von Dornbach bis Neuwaldegg und durch seine Tradition als Vergnügungsviertel – viele namhafte Wiener Künstler wurden hier bekannt und populär, z.B. die Brüder Johann und Josef Schrammel, die auch im Friedhof Hernals in Ehrengräbern beigesetzt sind. 
Von den vielen Vergnügungsstätten noch erhalten geblieben die Kulisse oder das Metropol, dessen Geschichte als Etablissement bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgeht, oder das Gschwandner, um die Jahrhundertwende eines der lebendigsten Vergnügungsetablissements der Wiener Vorstadt, das nun nach einem Umbau wieder seinem ursprünglichen kulturellen Nutzen zugeführt werden soll. Bekannt für Hernals ist auch der Kalvarienberg, jahrhundertelang ein beliebter Wallfahrtsort für die Wiener, heute eher bekannt durch Ostermärkte oder Kulturfeste. Untrennbar mit Hernals ist natürlich auch der Wiener Sportclub verbunden, sowie die Mannerschnitte, die seit 1897 im Traditionsunternehmen mit Hauptfirmensitz in Hernals produziert wird.

Zur Geschichte im Detail:
Am 1. Jänner 1892 wurde aus dem Vorort Hernals und Teilen der Vororte Dornbach und Neuwaldegg der 17. Bezirk "Hernals" geschaffen.

Bußprozession als Volksfest
Der Name Hernals leitet sich von dem erstmals 1044 erwähnten Alserbach ab: "der Herren Als" - ein Längsangerdorf zwischen der heutigen Hernalser Hauptstraße und der Jörger Straße. 1587 wurde Freiherr von Jörger mit dem landesfürstlichen Hernals belehnt. Unter Jörger wurde es der Hauptsitz der Protestanten in der näheren Umgebung Wiens, die hierher "ausliefen", um dem katholischen Gottesdienst in der Stadt zu entgehen. Hans von Jörger verfiel 1620 der Acht. Sein Besitz wurde als erledigtes Reichslehen an das Wiener Domkapitel vergeben.

Auf Anregung der Jesuiten wurde auf dem Grund des ehemaligen Schlosses der Jörger ein Kalvarienberg errichtet und von St. Stephan bis hierher ein Passionsweg für Bußprozessionen angelegt, der angeblich genauso lang war wie die Via Dolorosa in Jerusalem. Er endete bei der Hernalser Pfarrkirche St. Bartholomäus. Am Palmsonntag wurde alljährlich eine feierliche Bußprozession abgehalten, die sich ungeheuren Zuspruchs erfreute. Sie artete schließlich völlig in einer Art Volksfest aus, das in den umliegenden Heurigenschenken und unter Mitwirkung der Wiener Volkssänger gefeiert wurde. Die Leitung dieser Bußprozessionen hatte die "Bruderschaft der 72 Jünger" inne.

Die 1683 von den Türken schwer beschädigte, dann wiederhergestellte und erweiterte Pfarrkirche wurde 1784 abgetragen. An ihre Stelle trat die 1769 errichtete Paulanerkirche, die in der Folge mehrmals renoviert wurde. Bei jedem Kirchenumbau kam es auch zu einer Um- und Neugestaltung des Kalvarienberges, zuletzt 1889-1894 und nach 1945. Im Inneren der Pfarrkirche befindet sich das Gnadenbild der Türkenmuttergottes, ein 1683 im Türkenlager aufgefundenes Ölgemälde auf Holz, das deutlich Einschusslöcher und Pfeilspuren aufweist. Zur Erinnerung an die Türkenzeit wurde lange Jahre hindurch auch der "Hernalser Eselsritt" abgehalten, wobei ein als Türke verkleideter Reiter auf einem Esel die Hauptrolle spielte. In der Kalvarienberggasse und vor der Kirche wird heute noch in der Fastenzeit der Kalvarienbergmarkt abgehalten; er ist in erster Linie eine Attraktion für Kinder.
 
Vom Weinbau zum Industrieort
Vom Hochmittelalter bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war der Weinbau die Haupterwerbsquelle der Hernalser Bevölkerung. Im 15. Jahrhundert begann die allmähliche Umwandlung der Weingärten in Äcker, und Ende des 18. Jahrhunderts hatte der Weinbau seine Bedeutung endgültig verloren. Parallel zum Niedergang des Weinbaus kam es zu einer größeren Entwicklung von Gartenkulturen, und im 18. Jahrhundert wurde Hernals zu einer beliebten Sommerfrische der wohlhabenden Wiener. Allerdings brachten die Pestepidemie von 1713 und die Franzoseneinfälle 1805 und 1809 schwere Rückschläge.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus Hernals ein Industrieort. Die Industrialisierung führte zu einer einschneidenden Erweiterung des Ortsgebietes, aber auch zu sozialen Umschichtungsprozessen. Durch eine Vielzahl von Neubauten erhielt Hernals bald ein städtisches Aussehen. Auch eine große Zahl von Vergnügungslokalen war in diesem Bezirk angesiedelt, so Stalehners "Grand Etablissement" in der heutigen Jörgerstraße. Ein weiteres vielbesuchtes Vergnügungslokal war "Ungers Casino" mit dem größten Gastgarten im damaligen Wien. Es stand an der Stelle der heutigen Stadtbahnstation Alser Straße, direkt am Linienwall; Volks- und Opernsänger traten hier zu den Klängen der Kapellen Strauß und Fahrbach auf, und 1860 entstand hier die erste Wiener Singspielhalle, ein Vaudeville wienerischer Prägung. Von diesem Platz aus verbreiteten sich die Singspielhallen bald über die ganze Stadt. An der Jörgerstraße liegt weiters die 1868 gegründete Kunsteisbahn Engelmann. 1909 wurde hier die erste Freiluftkunsteisbahn der Welt eröffnet.

Die erste Pferdetramway Wiens führte nach Dornbach
Dornbach tritt uns erstmals 1150 in den Quellen entgegen. Die Grundherrschaft hatte das Salzburger Stift St. Peter inne. Die 1138 ausgebaute Kapelle wurde 1529 und 1683 von den Türken zerstört, beide Male wiederhergestellt und 1755 vergrößert. 1932 erfolgte eine Erweiterung nach Plänen von Clemens Holzmeister. Die Kirche ist auch heute noch dem Benediktinerstift St. Peter in Salzburg inkorporiert. Der Ort Dornbach wurde im 15. Jahrhundert von den Ungarn unter Matthias Corvinus, 1529 und 1683 von den Türken und 1805 und 1809 von den Franzosen zerstört. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden an den Hängen des Schafbergs Landhäuser, die von reichen Wiener Bürgern gerne als Sommerwohnungen gemietet wurden. Die Verkehrsverbindungen nach Wien unterhielt der Zeiserlwagen und später der bequemere Stellwagen. 1865 wurde die erste Pferdetramway Wiens vom Schottentor nach Dornbach eröffnet.
 

Das „Holländerdörfl“ im Schlosspark
Neuwaldegg ist erst 1535 mit Sicherheit urkundlich belegt, obwohl schon 1309 ein "Schloss Waldeckh" erwähnt wird. Anfang des 16. Jahrhunderts kaufte der niederösterreichische Kammerrat Stefan Agier einen auf der Anhöhe gelegenen Hof und baute ihn zu einem burgartigen Gebäude aus und nannte ihn Neuwaldegger Hof. Kaiser Ferdinand I. erhob das Gebäude, um das sich inzwischen eine Ansiedlung gebildet hatte, zum Freihof, und die nunmehrige Herrschaft wechselte in der Folge oft den Besitzer. Schließlich kam sie an den Kriegszahlmeister Johann Karl Bartolotti von Partenfeld, der das nach der Zerstörung durch die Türken neu erbaute Schloss umbauen ließ. Der Ort erholte sich nur langsam von den Schäden der Zweiten Türkenbelagerung. 1765 erwarb Franz Moritz Graf Lacy den großen Besitz und legte 1782 im Schäferstil der Zeit eine kleine Siedlung von siebzehn Holzhütten an, die er Hameau (= Dörfchen) benannte und der die Bevölkerung die Bezeichnung "Holländerdörfl" gab. Diese im Inneren prachtvoll eingerichteten und durch gedeckte Gänge miteinander verbundenen "Hütten" wurden als Refugium für Sommeraufenthalte Lacys und seiner Verwandten verwendet. Von dieser Anlage hat sich allerdings nur mehr der Name erhalten. Das einst prunkvolle Neuwaldegger Schloss hingegen besteht noch. 1766 bis 1776 ließ Lacy hier einen englischen Garten mit Statuen, Tempeln, Grotten und Teichen anlegen, der zu einiger Berühmtheit gelangte. 1801 erbten den ganzen Besitz die Fürsten von Schwarzenberg, nach denen das Neuwaldegger Schloss auch den heutigen Namen erhielt. Der Park ist heute ein Naturgarten mit Wiesen und einer Teichanlage, ein beliebter Treffpunkt für Spaziergänger aus der Umgebung.
Nur unweit des Neuwaldegger Schlosses befindet sich das Neuwaldegger Bad, auch eine Tradition des Bezirks.

Durch die fortlaufende Verbauung wurde der Bezirk innerhalb der Vorortelinie einer der grünärmsten der Stadt. Außerhalb der Vorortelinie hingegen weist er noch große Anteile an freien Grünflächen auf.
 
 
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Der Sportklubplatz

Derby of Love

Dem Sportklubplatz zwischen der Alszeile und der Hernalser Hauptstraße, am Fuße des Dornbacher Friedhofs und der Weinberge des 17. Bezirks, ist ein literarisches Denkmal gesetzt worden. Es handelt sich um das literarische Debüt des Wieners Andi Luf. «Sixpack» heißt sein Roman, und er enthält vor allem eine glaubwürdig realistische Darstellung und Würdigung der «Friedhofstribüne», des liebenswürdigsten Fanclubs von Wien. Zwar gibt es zur Zeit attraktiveren Fußball als jener, der vom Wiener Sportklub – derzeit in der dritten Liga von oben, in der Regionalliga Ost – geboten wird, doch für ZeitgenossInnen, denen die von autoritären Machos dirigierten sozialen Skulpturen der Fußball-Ultras der großen Profivereine auf die Nerven gehen, ist ein Besuch der Friedhofstribüne bei Heimspielen des WSK längst kein Geheimtipp mehr.

Andi Luf zur finanziellen Lage des Sportklubs:
nach zwei konkursen, einer deswegen notwendigen vereinsneugründung, blieb vor allem eines übrig: notorischer geldmangel. am von der gemeinde gepachteten stadion konnte also immer nur das notwendigste repariert werden, was trotzdem nicht verhindern konnte, dass das ganze ensemble langsam zusammenzufallen drohte. bis auf weiteres keine aussicht auf besserung.

Über Franz (fiktiver Name), die Seele und der Motor der Friedhofstribüne:
seine große stärke waren nicht die vielen worte, sondern mehr die taten. Sein kulturelles und soziales engagement, wenn es zum beispiel um das organisieren von obdachlosenturnieren, ute bock-cup und ähnlichen veranstaltungen ging, war nicht nur wegen des geldes, das möglicherweise in der klubkassa hängen blieb. es war ein anliegen vieler, solchen initiativen in unserem stadion platz zu geben. ein großer glücksfall, dass die vereinsleitung ähnlich dachte.

Über die Unterschiede zur Fankultur bei Rapid und Austria:
dass unser klub den aufstieg eine klasse höher regelmäßig verpasste, war mir aus mehreren gründen ganz recht. in der regionalliga konnte es auch ganz gemütlich sein. auf den tribünen waren nicht dieselben sicherheitsvorkehrungen notwendig wie in der höheren bundesliga, auch die fans waren nicht so fanatisch, von ultras weit und breit nichts zu sehen. da werdet ihr eine andere fußballwelt kennenlernen als bei austria oder rapid. (die friedhofstribüne) war bei den frauen überhaupt eine beliebte tribüne, weil bei uns gepflegte fußballstimmung hochgehalten wurde. wir hatten keinen vorsänger, der mit megaphon der tribüne einbläute, was denn jetzt gesungen werden soll, meistens ein öder dauergesang. der reinhard nannte die ultras-chöre verächtlich: die schallallalisten.

Über die ungerechte Bevorzugung der «Fußballhochkultur»:
(unseren sanierungsplan) wollten wir natürlich dem herrn bürgermeister zeigen, der sich bis dahin nur gegenüber den beiden großen wiener fußballvereinen rapid und austria als besonders großzügig erwiesen hatte. einen teil von dem kuchen wollten wir auch haben, noch dazu, wo unser stadion das älteste bespielte fußballstadion im ganzen land war und schon seit jahrzehnten nicht mehr generalsaniert wurde. vieles konnte gar nicht mehr repariert werden, weil es eben nichts nützt, die wasserschäden in den gängen zu sanieren, wenn es an der decke über die tribüne bei jedem regen wieder reinkommt.

Über die Freundschaft mit der einzig ähnlich gelagerten Fangruppe in Wien, den Vienna-Supporters:
fehlen mir schon, die gemeinsamen derbies. Bis zu 6000 zuschauer sind da zu unseren regionalligaspielen gekommen. derby of love, wie es genannnt wurde. weil wir in beiden vereinen nichts von der neandertalerkultur hielten, die zum beispiel beim anderen wiener derby, rapid gegen austria, oft zu diversen schlägereien und gewalttätigen auseinandersetzungen führte. diese besonderheit unserer fangruppierungen machte das derby of love aus.

Andi Luf konnte, als er seinen Roman fertig stellte, noch nicht wissen, dass die Vienna in die Regionalliga Ost absteigen sollte. Bis auf weiteres ist das «Derby of Love» also wieder angesagt, InteressentInnen ist zu empfehlen, auf den Websites der beiden Vereine die Termine dieser Begegnungen abzurufen. Ein Nachfragen beim Vereinsvorstand und beim Fanclub bestätigt, dass Lufs literarische Fiktion einen dokumentarischen Charakter hat. Die im Roman angesprochene einseitige Förderpolitik des Rathauses ist traurige Realität und entspricht der ungeheuren Privilegierung von Institutionen der «Hochkultur» im Vergleich zu den Subventionen etwa der freien Theaterszene. Den Neubau des Rapid-Stadions will die Stadt Wien, wie geschrieben wurde, mit 20 Millionen Euro unterstützen; die beiden schönsten Stadien Wiens, der Sportklubplatz in Hernals und die Hohe Warte in Heiligenstadt, lässt die Stadtregierung verfallen – oder sie bietet «Rettung» in Form von teilweise Privatisierungen des Stadiongeländes an, das kommunales Eigentum ist. Die Magistratsabteilung für Sportangelegenheiten verhandelte in den letzten Jahren mit einer Immobiliengesellschaft, die zum SP- und Stadt-Wien-nahen Netzwerk zählt: Die Arwag will eine Wohnanlage über die Friedhofstribüne bauen. Ja, es gibt sogar einen Plan, über sämtliche Tribünen des Sportklubplatzes mehrstöckige Eigentumswohnungskomplexe aufzutürmen, um durch den Verkauf dieser Fläche das Geld für die Stadionsanierung einzunehmen. Vor allem diesem Plan gegenüber ist Martin Rossbacher, der Obmann des Vereins «FreundInnen der Friedhofstribüne», sehr skeptisch: «Wir haben die Idee von Wohnungen am Platz generell infrage gestellt, weil das zwingend Konflikte zwischen Anrainern und Stadionpublikum mit sich bringen würde. Die WohnungsbesitzerInnen würden natürlich durchsetzen wollen, dass außer den Meisterschafts-Heimspielen keine zusätzlichen Veranstaltungen auf dem Rasen stattfinden, denn ihr Interesse ist optimaler Ruhezustand. Wir müssten dann um jeden Termin kämpfen, etwa wenn wir – wie es im Roman erwähnt wird – Obdachlosen-Fußballturniere oder den traditionellen Ute Bock-Cup organisieren wollen.» Rossbacher träumt von einem «kooperativen Planungsverfahren», in das die Fans und der Sportklub eingebunden werden müssten.

Die Sanierung des Sportklubplatzes soll mehrere Millionen kosten. Der Sportklub kann das klarerweise selbst nicht finanzieren. Warum die Stadt überhaupt so viel Geld in einen Regionalligisten investieren sollte?  Er könne diese Frage nicht nachvollziehen. Eine Verschwendung? Die Stadt habe in der Vergangenheit bei Sportstätten sehr viel Geld für wenig bis gar nicht nachhaltige Projekte ausgegeben, meint Rossbacher. The Winner takes it all – das gilt auch auf diesem Gebiet. Stadionprojekte von Bundesliga-Vereinen werden mit zweistelligen Millionenbeträgen subventioniert, während weniger prominente Vereine für den Erhalt ihrer Spielstätten Teile der Stadionflächen an Immobilienhaie verkaufen oder auf langfristige Pachtrechte verzichten müssen. Martin Rossbacher ist ein politischer denkender Mensch. Andernfalls wäre er von den FreundInnen der Friedhofsbühne  nicht als Obmann akzeptiert worden. Als politischer Mensch reiht er die drohenden Entwicklungen am Sportklubplatz in die Liste der neoliberalen Sünden der Stadt ein: «Scheinbar wird alles, was der Öffentlichkeit oder der Kommune gehört und was sich in einer hochwertigen Lage befindet, an Private verscherbelt.» Im Herbst leuchten die Weinberge rot in Richtung Friedhofstribüne herunter. Warum sollte nicht auch einmal ein Fußballfanclub das Recht auf eine Premiumlage haben.

Robert Sommer


INFO-BOX

Buchtipp:
„Sixpack“
von Andi Luf
Erhältlich beim Autor – Kontakt: AndreasLuf@tele2.at
oder 0664-9771330,
oder in ausgewählten Buchhandlungen und Geschäften.

Wiener Sportklub:
http://www.wienersportklub.at/

Freund_innen der Friedhofstribüne:
http://www.friedhofstribuene.at/

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FlanerieTipps

Neuwaldegger Bad

Idyllisches Waldbad - mitten in Wien!

In Hernals, versteckt zwischen hohen Bäumen am Heuberg (Promenadegasse 58), liegt ein richtiger Sommer-Geheimtipp: Das Neuwaldegger Bad – ein idyllisches Waldbad, mitten in Wien! Für viele ist es das schönste Bad Wiens, v.a. für Menschen, die eine ruhige Atmosphäre suchen. Es wurde in den 1920er Jahren gebaut, liegt nur wenige Minuten von der Endstation des 43ers in herrliche Natur eingebettet und wird auch heute noch als Familienbetrieb & Privatbad geführt. Das macht es vielleicht ein bisschen teurer, dafür aber einzigartig im Flair und Qualität. Das Bad ist alleine schon wegen der Küche einen Besuch wert: im wunderbaren Buffet-Salettl wird von der Familienchefin täglich frisch gekocht und es gibt herrliche gefüllte Paprika oder einfaches Schnittlauchbrot – wie zu alten Zeiten bei Oma. Beeindruckend sind auch die Holzkabinen, die Luftbäder (Nacktbade-Möglichkeit) für Männer und Frauen getrennt, die Holzpritschen zum Liegen, kleine Saunahäuschen, der alte Baumstand u.v.m. Ideal zum Ausspannen! (Promenadegasse 58, 1170 Wien, Telefon: 01 4862452)

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Süßwarentradition in Hernals

Im 19. Jahrhundert verwandelte sich Hernals vom Weinbauort zum Industrieort. Das wohl bekannteste Traditionsunternehmen, das seit 1897 den Firmenhauptsitz in Hernals hat, ist die Süßwaren-Firma Manner. Die Mannerschnitte ist sozusagen ein Souvenir aus Hernals. „Chocolade für alle“ war das Motto von Firmengründer Josef Manner I. Er war gelernter Kaufmann und eröffnete 1890 gleich neben dem Stephansdom ein kleines Geschäft, in dem er vor allem Tafelschokoladen und Feigenkaffee verkaufte. Unzufrieden mit der Schokoladenqualität seiner Lieferanten, fasste der Chocolatier den Entschluss, seine Schokolade selbst herzustellen. Im Alter von erst 25 Jahren kaufte Josef Manner I. einem kleinen Schokoladenerzeuger dessen Konzession, Lokal und bescheidene Einrichtung im fünften Wiener Gemeindebezirk – und war ab 1. März 1890 frischgebackener Inhaber der „Chocoladenfabrik Josef Manner“. Bald aber wurde der Standort zu klein, und die Firma übersiedelte nach Hernals, in die Nähe seines Elternhauses. Bis 1897 war aus dem ehemaligen Zuckerlverkäufer ein veritabler Schokoladenfabrikant mit über 100 Mitarbeitern geworden!
Ein süßer Tipp: Am Produktionsstandort Wilhelminengasse 6 wird auch ein Werksverkauf angeboten, mit günstigen Saisonangeboten oder Bruchwaren. Manner mag man eben! www.manner.at

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Fastenprozessionen & Ostermärkte

Der Kalvarienberg war jahrhundertelang ein beliebter Wallfahrtsort für die Wiener. Auf Anregung der Jesuiten wurde im 17. Jahrhundert auf dem Grund des ehemaligen Schlosses – unter den Jörgern protestantische Zentrum Wiens – ein Kalvarienberg errichtet und von St. Stephan bis hierher ein Passionsweg für Bußprozessionen angelegt, der angeblich genauso lang war wie die Via Dolorosa in Jerusalem. Jährlich am Palmsonntag wurde eine feierliche Bußprozession abgehalten, die sich später zu einem Volksfest verwandelte, das in den umliegenden Heurigenschenken und unter Mitwirkung der Wiener Volkssänger gefeiert wurde. In der jüngeren Vergangenheit ist die Kalvarienberggasse eher bekannt durch Ostermärkte oder Kulturfeste.

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Mustersiedlung des Roten Wien

Die Loos-Siedlung am Heuberg ist heute nur mehr fragmentarisch erhalten. Ursprünglich wurden hier zwei benachbarte Siedlungen angelegt, die Siedlung "Wien-West" mit 129 Wohneinheiten und die Siedlung "Am Heuberg" mit 40 Wohneinheiten.

Zur Planung dieser Heuberg-Siedlung wurde Adolf Loos als Chefarchitekt des Siedlungsamtes gemeinsam mit Hugo Mayer 1921 von der Gemeinde betraut, bis 1924 dann errichtet. Die zukünftigen BewohnerInnen, meist Arbeits- und Unterstandslose,  mussten sich zur Leistung von 3.000 Arbeitsstunden verpflichten. Die Siedlung Heuberg gilt in vielerlei Hinsicht als richtungsweisend, z.B. aus sozialen und architektonischen Gesichtspunkten. Die zweigeschossigen Wohnhäuser wurden kostensparend in Reihenbauweise angelegt, sie verfügten über Vorgärten und der Gartenzugang war ein wesentliches Planungselement. Die Häuser waren ursprünglich mit Holzschindeln verkleidet, diese wurden später durch Eternit ersetzt. http://www.dasrotewien.at/heuberg-siedlung.html
 
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Schwarzenbergpark - englische Gartenlandschaft

Ebenfalls am Heuberg liegt das Schloss Neuwaldegg. Das barocke Schlösschen mit englischer Gartenlandschaft wurde 1765 für Moriz Graf Lacy erbaut, der Feldmarschall der Regentin Maria Theresias und Berater Kaiser Josefs II.1801 gingen Schloss und Park in den Besitz der Familie Schwarzenberg über, 1951 an die Erzdiözese Wien, und 1985 wurde der Park von der Gemeinde Wien als Naherholungsgebiet angekauft und zum  Schwarzenbergpark. Seit 2001 im Besitz einer Privatstiftung mit dem Namen "Educational Initiative for Central and Eastern Europe". Das Schloss ist weiterhin für Veranstaltungen freigegeben. (Waldegghofgasse 5, 1170 Wien)

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Nostalgie seit mehr als 110 Jahren

Im Wiener Schneekugelmuseum der Firma Perzy kann man in eine Welt voller Nostalgie eintauchen. In den Werkstätten der Original Wiener Schneekugelmanufaktur in der Schumanngasse 87 wird seit mehr als 110 Jahren produziert. Der Firmengründer, Erwin Perzy I. hat die erste Schneekugel übrigens zufällig entwickelt, weil er die damals neu erfundene elektrische Glühbirne verbessern wollte. Die erste "Glaskugel mit Schnee", die Erwin Perzy dann Ende des 19. Jahrhunderts zum Patent anmeldete, war im Inneren gestaltet mit einer Miniatur der Basilika von Mariazell.

Heute gibt es die Schneekugeln in allen Größen & Motiven, früher bestand der Schnee aus Grieß, heute wird eine Kunststoffmischung verwendet. Die ganze Vielfalt alter und neuer Schneekugeln ist im kleinen Museum ausgestellt. Der Betrieb, der heute vom Enkelsohn Erwin Perzy III. weitergeführt wird, lädt auch zu Führungen ein und öffnet das Haus zur Langen Nacht der Museen. http://www.schneekugel.at
 
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Eislaufen über den Dächern von Wien

 In der Syringgasse 6-14 lädt die Kunsteisbahn Engelmann zum Eislaufen in besonderem Ambiente, auf den Dächern von Wien! Vor mehr als 100 Jahren entstanden, bietet diese besondere Eisfläche auf dem Dach 3000 m² Eislaufvergnügen von Ende Oktober bis Anfang April. Angeboten werden Kurse, Kindergeburtstage, Damentage – und besonderer Beliebtheit erfreut sich die Eisdisco jeden Freitag abend. http://www.engelmann.co.at/ 

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Das älteste Hallenbad Wiens

Das Jörger Bad wurde im Jahre 1914 unter der künstlerischen Leitung des Architekten Friedrich Jäckel im Stil der Wiener Werkstätten erbaut und ist auch heute noch im Wesentlichen so erhalten. Damit ist es das älteste in Betrieb befindliche städtische Hallenbad Wiens. Am 22. Mai 1914 als Wannen-, Dampf- und Hallenschwimmbad unter dem Namen "Kaiser-Franz-Joseph-Bad" eröffnet, feierte es 2014 seinen 100jährigen Geburtstag. Ein Kunstwerk für sich ist das Mosaik rund um die zwei Trinkbrunnen in der Mitte der Halle. kleine Imbissstube, Sauna, Dampfbad, Wannenbad, Solarium, Massage. http://www.wien.gv.at/freizeit/baeder/ 

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Hörbuch

Flanerien konkret

Derzeit gibt es keine aktuellen Termine für Stadtführungen im 17. Bezirk. Infos zu aktuellen StadFLANERIEN des Aktionsradius Wien unter office@aktionsradius.at.